Eine seit Jahrtausenden bestehende Krankheit: Arteriosklerose ist auch bei Mumien nachweisbar
Die Herz-Kreislauf-Probleme waren während der gesamten Menschheitsgeschichte nie fremd. Mit der Entwicklung der Medizin wurde zunehmend klar, dass diese Krankheiten nicht nur eine Erscheinung der modernen Zeit sind, sondern bereits in der Antike vorhanden waren. Die Menschen zur Zeit der ägyptischen Pharaonen, die im heutigen Ägypten herrschten, litten ebenfalls unter dem Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen. Diese Entdeckung wirft ein neues Licht auf die Gesundheitszustände der Vergangenheit und warnt davor, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur mit dem modernen Lebensstil und der Ernährung zusammenhängen.
Die Gesellschaft im alten Ägypten
Die Gesellschaft im alten Ägypten war äußerst fortschrittlich, und am Hofe der Pharaonen arbeiteten viele Menschen, die zur oberen sozialen Schicht gehörten. Ihr Lebensstil und ihre Ernährungsgewohnheiten können viel darüber aussagen, mit welchen Gesundheitsproblemen sie zu kämpfen hatten. Durch neue Forschungen waren Wissenschaftler in der Lage, in der Zeit zurückzugehen, um die Präsenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei der Untersuchung von Mumien zu enthüllen.
Mumien und Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Im Rahmen einer Untersuchung im Ägyptischen Museum wurden 20 Mumien analysiert, bei denen in 16 Fällen das Herz und das Gefäßsystem identifiziert werden konnten. Diese Untersuchung ist nicht nur von archäologischem Interesse, sondern bietet auch wichtige Einblicke in den Gesundheitszustand der antiken Menschen. Bei der Analyse stellte sich heraus, dass bei 9 der Mumien Anzeichen von Arteriosklerose nachgewiesen werden konnten, und in einigen Fällen wurden sogar bis zu 6 verkalkte Gefäßabschnitte gefunden.
Arteriosklerose war nicht nur ein Merkmal der Pharaonen, denn in der Untersuchung stellte sich heraus, dass von den Mumien, die über 45 Jahre alt waren, bei 7 von 8 dieser Krankheitsform beobachtet wurde. Im Gegensatz dazu wiesen nur 2 von 8 der jüngeren Mumien unter 45 Jahren ähnliche Anzeichen auf. Dies deutet darauf hin, dass Arteriosklerose und Herz-Kreislauf-Probleme mit dem Fortschreiten des Alters immer häufiger wurden.
Ernährungsgewohnheiten und Lebensmittel
Obwohl bei der Untersuchung der Mumien die individuellen Ernährungsgewohnheiten nicht genau bestimmt werden konnten, zeigen die Forschungen, dass die Ernährung der alten Ägypter viele tierische Produkte umfasste. Der Verzehr von Rindern, Enten und Gänsen war weit verbreitet, was zur Entstehung von Herz-Kreislauf-Problemen beigetragen haben könnte.
Die Ernährung ist nicht nur aus gesundheitlicher Sicht wichtig, sondern auch die soziale Stellung beeinflusste die Essgewohnheiten. Mitglieder der oberen Schichten hatten in der Regel eine reichhaltigere Ernährung, während die unteren Schichten eingeschränktere Möglichkeiten hatten.
Die Forscher betonten, dass das Risiko von Arteriosklerose nicht nur aus der Ernährung resultiert, sondern viele andere Faktoren auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit beeinflussen. Durch die Berücksichtigung des Lebensstils, der Bewegung und anderer Gewohnheiten der antiken Menschen können Wissenschaftler die Entstehung der Krankheit besser verstehen.
Die Ergebnisse der Forschung
Unter der Leitung von Gregory Thomas, Professor für Kardiologie an der Universität von Kalifornien, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Untersuchung von Mumien nicht nur Informationen über den Gesundheitszustand der Vergangenheit liefert, sondern auch zum Verständnis der gegenwärtigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt. Professor Thomas betonte, dass, obwohl sie nicht feststellen können, ob Arteriosklerose den Tod einer bestimmten Mumie verursacht hat, die Präsenz der Krankheit eindeutig beobachtet werden konnte.
Diese Entdeckung lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass Herz-Kreislauf-Probleme nicht nur aus dem modernen Lebensstil resultieren, sondern über die Geschichte hinweg kontinuierlich präsent waren. Die Ergebnisse der Forschung können zur Prävention und Behandlung der Krankheit beitragen, da sie zeigen, dass die Erfahrungen der Vergangenheit auch heute noch relevant sein können.
Der Bericht über die Forschung wurde in der Fachzeitschrift der American Medical Association veröffentlicht, was die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse über Herz-Kreislauf-Erkrankungen unterstreicht. Die Untersuchung der Erfahrungen der Vergangenheit ist daher unerlässlich für die Prävention zukünftiger Gesundheitsprobleme.