Entzündung des Kreuzbeins und des Hüftgelenks
A entzündlichen Gelenkerkrankungen gehört die Sakroiliitis zu den am wenigsten bekannten, kann jedoch erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben. Diese Erkrankung ist mit einer Entzündung des Sakroiliakgelenks verbunden, das sich im unteren Bereich der Wirbelsäule an der Stelle befindet, wo das Kreuzbein und die Beckenbeine aufeinandertreffen. Die Rolle des Sakroiliakgelenks ist grundlegend für die Gewährleistung der Stabilität des Beckens und die Verankerung an der Wirbelsäule.
Die Symptome der Sakroiliitis führen oft zu schlaflosen Nächten, da die Patienten von morgendlichen Rückenschmerzen berichten, die sich durch Bewegung lindern können. Zur Behandlung des Zustands ist eine frühzeitige Diagnose wichtig, da entzündliche Prozesse aus verschiedenen Gründen entstehen können und die Wahl der richtigen Therapie von einem genauen Verständnis der auslösenden Faktoren abhängt.
Was ist das Sakroiliakgelenk und welche Rolle spielt es in unserem Körper?
Das Sakroiliakgelenk befindet sich auf beiden Seiten der Wirbelsäule und liegt zwischen dem Kreuzbein und den Hüftknochen. Dieses Gelenk ist relativ stabil, da sich die darin befindlichen Knochen während der Bewegung nur minimal gegeneinander verschieben können. Die Hauptaufgabe des Sakroiliakgelenks besteht darin, das Becken zu stabilisieren und es an der Wirbelsäule zu verankern, was durch ein starkes Bandapparat um das Becken herum unterstützt wird.
Die Stabilität des Sakroiliakgelenks ist besonders wichtig beim Gehen und in verschiedenen Sportarten, da dieses Gelenk die Belastung absorbiert und dynamische Bewegungen ermöglicht. Um die Verbindung zwischen Becken und Wirbelsäule sicherzustellen, spielt das Sakroiliakgelenk eine Schlüsselrolle in der Biomechanik des Körpers.
Ursachen und Auslöser der Sakroiliitis
Die Auslöser der Entzündung der Sakroiliitis können vielfältig sein. Zu den häufigsten Faktoren gehören Verletzungen, wie beispielsweise Unfälle, die das Becken betreffen und mechanisch die Entzündung hervorrufen können. Darüber hinaus können Schwangerschaft, tiefe Hautinfektionen sowie bestimmte Infektionen, wie Endokarditis oder intravenöser Drogenmissbrauch, das Risiko für die Entwicklung einer Sakroiliitis erhöhen.
Ein weiterer häufiger Grund für die Entzündung kann eine autoimmune Reaktion sein, bei der das Immunsystem des Körpers fälschlicherweise das Sakroiliakgelenk angreift. Dieser Prozess wird oft durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und Umweltfaktoren, wie Virusinfektionen, ausgelöst. Aufgrund der autoimmunen Entzündung können die entzündlichen Prozesse nicht nur das Sakroiliakgelenk betreffen, sondern auch weitere kleine Gelenke der Wirbelsäule.
Symptome und Diagnose der Sakroiliitis
Das charakteristischste Symptom der Sakroiliitis ist der morgendliche oder nächtliche Rückenschmerz, der in vielen Fällen so intensiv sein kann, dass er die betroffene Person aus dem Schlaf reißt. Der Schmerz kann gelindert werden, wenn die Person ihre Körperposition ändert oder sich morgens bewegt. Während der entzündlichen Prozesse berichten die Patienten häufig von Steifheit und Bewegungseinschränkungen, die aufgrund der Schmerzen auftreten.
Zur Diagnosestellung untersuchen die Ärzte zunächst den Ort und die Art des Schmerzes und führen dann eine körperliche Untersuchung durch, bei der die Druckempfindlichkeit des Gelenks überprüft wird. Bildgebende Verfahren wie Röntgen oder MRT können helfen, den Schweregrad der Entzündung zu bestimmen. Laboruntersuchungen können erhöhte Entzündungsmarker wie die Blutsenkung oder den CRP-Spiegel zeigen, die auf entzündliche Prozesse hinweisen.
Behandlungsoptionen für die Sakroiliitis
Die Art der Behandlung der Sakroiliitis hängt eng mit der Ursache der Entzündung zusammen. Wenn eine Infektion vorliegt, ist eine antibiotische Therapie erforderlich, die in der Regel zu einer vollständigen Heilung führt. Bei autoimmunen Entzündungen, wie der Bechterew-Krankheit, ist die Situation komplizierter, da es schwierig ist, eine dauerhafte Lösung zu finden. In solchen Fällen kann die Anwendung von Entzündungshemmern die beste Lösung sein, um die Entzündung vorübergehend zu reduzieren.
Während der Behandlung liegt es in der Verantwortung der Rheumatologen, dem Patienten die effektivsten therapeutischen Optionen anzubieten, wobei die Ursache der Entzündung und der Zustand des Patienten berücksichtigt werden. Das Ziel ist es, die Schmerzen zu reduzieren und die Bewegungseinschränkung zu minimieren, damit die Patienten zu ihrem Alltag zurückkehren können.