Leberbiopsie – Wann wird sie empfohlen und wie erfolgt die Untersuchung?
Die Leberbiopsie ist ein medizinisches Verfahren, das der Entnahme von Gewebeproben aus der Leber dient und heutzutage als gängiger Routineeingriff gilt. Bei dem Eingriff wird ein Gewebehäufchen aus dem Lebergewebe oder aus Veränderungen in der Leber entnommen, das zur histologischen Untersuchung geschickt wird. Die Entnahme erfolgt in der Regel unter der Leitung bildgebender Verfahren wie Ultraschall oder CT, um eine präzise Lokalisierung zu gewährleisten.
Zweck der Leberbiopsie
Der Zweck der Leberbiopsie besteht darin, die Diagnose von Lebererkrankungen zu ermöglichen, insbesondere wenn andere Untersuchungen keine eindeutige Antwort auf die Ursachen der Erkrankung liefern. Durch die histologische Untersuchung kann der Typ und die Schwere der Erkrankung festgestellt werden, was bei der Entwicklung eines geeigneten Behandlungsplans helfen kann. Das Verfahren ist jedoch invasiv und wird nur empfohlen, wenn andere Methoden nicht genügend Informationen liefern.
Wann ist eine Leberbiopsie erforderlich?
Die Durchführung einer Leberbiopsie ist dann gerechtfertigt, wenn die Diagnose von Lebererkrankungen nicht mit anderen Methoden, wie Labor- oder bildgebenden Untersuchungen, festgestellt werden kann. In einigen Fällen kann es vorkommen, dass der Zustand des Patienten nicht eindeutig bestimmt werden kann, beispielsweise bei autoimmuner Hepatitis oder verschiedenen Speicherkrankheiten. In solchen Situationen kann die histologische Untersuchung Verdachtsmomente bestätigen und bei der Planung weiterer Behandlungen helfen.
Das Ziel der Leberbiopsie ist es, die Herkunft und Schwere der Erkrankung zu klären. Die histologische Analyse fördert nicht nur die Diagnose, sondern auch das Verständnis des Krankheitsverlaufs. Mit einer genauen Diagnose kann der behandelnde Arzt eine effektivere und gezieltere Therapie vorschlagen, die den Zustand des Patienten verbessern kann.
Es ist wichtig zu beachten, dass die Leberbiopsie ein invasiver Eingriff ist, weshalb vor der Entscheidungsfindung eine gründliche Abwägung erforderlich ist. Die Ärzte berücksichtigen den allgemeinen Zustand des Patienten, bereits durchgeführte Untersuchungen und mögliche Risiken.
Wann ist eine Leberbiopsie nicht empfohlen?
Vor der Durchführung einer Leberbiopsie muss der Facharzt mögliche Kontraindikationen berücksichtigen. In Fällen, in denen die Blutgerinnungsparameter des Patienten pathologisch verlängert sind, kann der Eingriff riskant sein, da er die Wahrscheinlichkeit von Blutungen erhöht. Eine ähnliche Situation besteht, wenn der Patient blutverdünnende oder plättchenaggregationshemmende Medikamente einnimmt, die er vor der Untersuchung nicht abgesetzt hat.
Weitere Kontraindikationen für den Eingriff sind das Vorhandensein einer signifikanten Menge Flüssigkeit in der Bauchhöhle oder wenn die Veränderungen in der Leber nicht sicher zugänglich sind. Patienten, die nicht in der Lage sind, horizontal zu liegen – beispielsweise aufgrund von Atembeschwerden – sind ebenfalls nicht für die Untersuchung geeignet. Schließlich kann die Durchführung der Biopsie überflüssig sein, wenn das histologische Ergebnis die Behandlung des Patienten nicht beeinflusst.
Der Ablauf der Leberbiopsie
Die Leberbiopsie erfolgt in der Regel im Rahmen eines ultraschallgesteuerten Verfahrens, da diese Methode leichter zugänglich ist und weniger Risiken birgt als die CT-gesteuerte Biopsie. Vor der Untersuchung muss der Patient horizontal liegen, und die Hautoberfläche muss vor dem Eingriff desinfiziert werden. Die Betäubung der Haut ist optional, da das Lebergewebe unempfindlich ist, sodass der Patient während der Entnahme in der Regel keine Schmerzen empfindet.
Während der Biopsie muss der Patient tief einatmen, und die Entnahme erfolgt während einer Atempause. Das Gewebehäufchen wird in Formalin gelegt, und der Patient wird auf die Station gebracht. Der gesamte Eingriff dauert etwa eine halbe Stunde.
Nach der Leberbiopsie muss der Patient mindestens vier Stunden ruhen und darf nur eingeschränkt im Bett bewegen. Flüssigkeitszufuhr ist erlaubt, während feste Nahrung bereits zum Abendessen eingenommen werden kann. Während der Beobachtung wird der Blutdruck kontinuierlich überwacht, und bei Bedarf kann der Patient auch Schmerzmittel anfordern. Wenn während der Beobachtung keine Komplikationen auftreten, kann der Patient am nächsten Tag nach Hause gehen.
Potenzielle Komplikationen
Obwohl die Leberbiopsie in der Regel ein sicheres Verfahren ist, können wie bei jedem invasiven Eingriff Komplikationen auftreten. Eine der häufigsten Komplikationen ist die Blutung; jedoch ist die Wahrscheinlichkeit minimal, wenn keine Kontraindikationen vorliegen. Durch die kontinuierliche Überwachung des Blutdrucks und des Blutbildes kann das Risiko einer versteckten Blutung verringert werden.
An der Hautstelle kann ein Hämatom an der Einstichstelle entstehen, aber sehr selten können auch andere Organe während der Entnahme durchstochen werden. Bei mangelnder Sterilität kann es auch zu einer Überinfektion kommen, die zu Komplikationen führen kann.
Nach dem Eingriff können die Patienten vorübergehende Schmerzen empfinden, die jedoch in der Regel nicht als Komplikation betrachtet werden. Wenn der Schmerz jedoch dauerhaft anhält oder zunimmt, ist es wichtig, dass der Patient seinen Arzt über seine Beschwerden informiert. Die histologischen Ergebnisse sind in der Regel innerhalb von 7-10 Tagen nach der Leberbiopsie verfügbar, was bei der Planung weiterer Behandlungen helfen kann.