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Was sind zerebrale Durchblutungsstörungen?

Das Gehirn ist auf eine angemessene Blutversorgung angewiesen, die für das menschliche Leben von grundlegender Bedeutung ist. Die zerebrale Durchblutung benötigt etwa 750-800 Milliliter Blut pro Minute, was 15-20 % des gesamten zirkulierenden Blutes ausmacht. Das Gehirn ist äußerst empfindlich gegenüber Unterbrechungen der Blutversorgung; wenn diese vollständig stoppt, können bereits innerhalb von fünf Sekunden schwerwiegende Störungen im Gehirn auftreten. Wenn die Blutversorgung länger als drei Minuten unterbrochen wird, führt dies in der Regel zu bleibenden Schäden, während bei einer Unterbrechung von mehr als sechs Minuten irreversible Hirnschäden, auch bekannt als Hirntod, eintreten können.

Die Blutversorgung des Gehirns erfolgt über die beidseitigen Halsschlagadern und die Wirbelarterien, die an der Basis des Gehirns einen arteriellen Ring bilden. Dieser arterielle Ring von Willis stellt sicher, dass die zerebrale Durchblutung auch dann aufrechterhalten bleibt, wenn eine oder mehrere große Arterien verengt sind. Auch langsame, symptomlose Arterienverschlüsse können auftreten, jedoch verursacht ein plötzlicher Arterienverschluss sofortige Beschwerden.

Die häufigsten Ursachen für zerebrale Durchblutungsstörungen

Der Zweck des Artikels ist es, die häufigsten Ursachen für zerebrale Durchblutungsstörungen darzustellen und aufzuzeigen, wie bestimmte Zustände, wie Schwankungen des Blutzuckers oder Blutdrucks sowie verschiedene Krankheiten, die Funktionsweise des Gehirns beeinflussen können.

Niedriger Blutzuckerspiegel

Ein niedriger Blutzuckerspiegel, auch Hypoglykämie genannt, ist ein besonders gefährlicher Zustand, da die Hauptenergiequelle des Gehirns das im Blut zirkulierende Glukose ist. Wenn der Blutzuckerspiegel sinkt, kann das Gehirn nicht mehr richtig funktionieren, was zu Verwirrung, seltsamem Verhalten und gelegentlich zu vorübergehenden Lähmungen oder Sprachstörungen führen kann. In schwereren Formen der Hypoglykämie können auch epileptische Anfälle auftreten. Es ist wichtig zu betonen, dass häufige oder langanhaltende niedrige Blutzuckerspiegel bleibende Hirnschäden verursachen können.

Im Gegensatz dazu kann ein hoher Blutzuckerspiegel, also Hyperglykämie, ebenfalls Probleme verursachen. Durch die Ansammlung von Giftstoffen im Blut und das Schrumpfen der Zellen kann auch die Funktion des Gehirns beeinträchtigt werden, was ebenfalls zu Störungen führen kann.

Schwankungen des Blutdrucks

Die Aufrechterhaltung eines angemessenen Blutdrucks ist entscheidend für die gesunde Blutversorgung des Gehirns. Niedriger Blutdruck, oder Hypotonie, kann aus verschiedenen Gründen auftreten und zu einer Beeinträchtigung der Blutversorgung des Gehirns führen. In milden Fällen können Schwindel und Schwäche auftreten, während in schwereren Fällen sogar Bewusstlosigkeit möglich ist.

Hoher Blutdruck, oder Hypertonie, ist ebenfalls ein erhebliches Risikofaktor für zerebrale Durchblutungsstörungen. Unbehandelte Hypertonie führt in der Regel langfristig zu schweren Symptomen wie Schwindel und Kopfschmerzen. Eine hypertensive Krise, die sehr selten ist, kann jedoch mit schweren Symptomen wie Verwirrung und Krampfanfällen einhergehen.

Abweichungen von Sauerstoff- und Kohlendioxidspiegeln

Für die Funktionsweise des menschlichen Körpers ist ein angemessener Sauerstoffgehalt unerlässlich. Sauerstoffmangel, oder Hypoxie, kann insbesondere die Funktion des Gehirns stören. Zu den ersten Anzeichen einer Hypoxie gehören Schwindel und ein Gefühl der Unsicherheit. In schwereren Fällen können Verwirrung, aggressives Verhalten oder noch schwerwiegendere Symptome wie Sprachstörungen und Bewusstlosigkeit auftreten. Ein hoher Kohlendioxidgehalt, oder Hyperkapnie, kann ebenfalls Probleme verursachen, insbesondere bei Lungenerkrankungen, was Verwirrung und Koma verstärken kann.

Infektionen und Fieberzustände

Fieber und schwere Infektionen betreffen den gesamten Körper, einschließlich der zerebralen Durchblutung. Ältere Menschen und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind besonders gefährdet. Aufgrund des Fiebers kann es zu seltsamem Verhalten und Verwirrung kommen, aber auch andere neurologische Symptome können auftreten. Wenn neben hohem Fieber auch Kopfschmerzen auftreten, kann der Verdacht auf Meningitis aufkommen, die eine dringende medizinische Intervention erfordert.

Nieren- und Lebererkrankungen

Die Nieren spielen eine wichtige Rolle bei der Entfernung von Giftstoffen, sodass Störungen der Nierenfunktion, wie beispielsweise chronische Nierenerkrankungen, auch zu Funktionsstörungen im Gehirn führen können. Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme, Fieber oder Dehydration können ebenfalls die Durchblutung der Nieren beeinträchtigen, was zu Verwirrung führt.

Lebererkrankungen, insbesondere schwere Formen, können ebenfalls zu Verwirrung und Krampfanfällen führen. Aufgrund von Stoffwechselansammlungen kann die Ausscheidungsfunktion der Leber beeinträchtigt werden, und der Ammoniakspiegel im Blut kann ansteigen, was ebenfalls zu Funktionsstörungen im Gehirn führt.

Ionenausgleichsstörungen

Ionenausgleichsstörungen, wie Abweichungen der Natrium- und Kaliumspiegel, wirken sich ebenfalls auf die Funktion des Gehirns aus. Ein niedriger Natriumspiegel kann Verwirrung und Schwäche verursachen, während ein niedriger Kaliumspiegel zu Müdigkeit und Muskelschwäche führen kann. Bei hohem Natrium- oder Kaliumspiegel können schwerwiegendere Symptome wie Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen auftreten.

Insgesamt lässt sich sagen, dass obwohl die oben genannten Zustände die Gehirnfunktion beeinflussen, die Wurzel der Probleme in der Funktionsweise des gesamten Körpers zu suchen ist, und die neurologischen Symptome lediglich Konsequenzen sind.